Psychologische Kriegsführung


Männer wie Sir Henry Morgan waren Kommandanten von ziemlich gut organisierten Freibeuter-Armeen, die Schlachten allein durch Waffengewalt gewinnen konnten. Die meisten Piraten jedoch waren sehr von der ‘psychologischen’ Kriegsführung abhängig. Sie zogen nicht los um nach Kämpfen zu suchen - ihnen war es viel lieber, wenn sich ihnen gegnerische Schiffe einfach ergaben. Sie liefen längsseits schwacher Handelsschiffe, hissten die Piratenflagge, was so viel bedeutete wie: “Gebt sofort auf, oder Ihr werdet die
Konsequenzen tragen müssen”.

Der Ruf war alles. Einige Historiker meinen, daß der schreckliche Blackbeard in Wahrheit nur sehr wenige Greueltaten beging. Indem er sich selbst das Image eines sabbernden Psychopathen mit satanischen Neigungen verliehen hatte, gaben die meisten Schiffe augenblicklich auf, wenn er auch nur in ihre Nähe kam.

Andererseits kann dies auch zu unerwünschten Ergebnissen führen: Sowohl Blackbeard als auch Roberts scheiterten daran, daß sie zu berüchtigt wurden. Die britische Admiralität setzte Kapitän Maynard darauf an, Blackbeard so lange zu jagen, bis er erwischt wurde; und zwei Kriegsschiffe, die Swallow und die Weymouth wurden auf Roberts angesetzt. Die Karriere von beiden fand ein abruptes Ende, als sie ein zu hohes Maß von Aufmerksamkeit erregt hatten.