Land-Kämpfe

Das allgemein verbreitete Bild von Piraten ist, daß sie auf hoher See mit Enterhaken und Säbeln Schiffe überfallen. Jedoch waren Angriffe auf Hafenstädte ein wichtiger Teil ihrer Beutezüge.

1718 hielt Blackbeard den Hafen von Charlestown unter Blockade und begann schließlich mit der Plünderung, was er damit erklärte, daß er “Medizin benötigte”. Man streitet sich heute, ob es Pillen “weißen Quecksilbers” waren, die er gegen seine Syphillis benötigte, oder ein neuer Vorrat an Opium.

1720 segelte Roberts in den Hafen von St. Kitts, und plünderte alle dort liegenden Schiffe, während die Geschützbatterien der Hafenfestung auf ihn feuerten.

Sir Henry Morgan führte schwerbewaffnete Armeen gegen Portobello, Maracaibo und Panama.

Die große Zahl der Piraten-Angriffe müssen jedoch als simple Raubzüge betrachtet werden, in denen Piratenmannschaften Küstenstädte überfielen, um Bargeld und Gebrauchsgüter von den unvorbereiteten Menschen zu rauben. Aber es konnte ebenso vorkommen, daß die Städter Wind von der Sache bekamen, und ihre Schätze zuvor versteckten.

Genau dies widerfuhr Henry Morgan, als er 1671 in Panama ankam; er fand nicht einmal die üblichen goldenen Zeremonie-Gegenstände in den Kirchen vor, da sie zuvor von den Leuten der Stadt, die von seinem Angriff wußten, mit weißem Lack übermalt worden waren.