Seeschlachten


Um das Jahr 1725 herum hatten die europäischen Großmächte den Seekrieg zu einer Kriegskunst erhoben. Sie führten elegante Manöver mir gewaltigen Kriegsflotten durch.

Piraten hingegen waren typische ‘Zuschlagen-und-Abhauen’-Kämpfer: Sie zogen es eher vor, mit Säbel und Enterhaken zu kämpfen, als dem Gegner eine perfekte Breitseite unterhalb der Wasserlinie zu verpassen.

Wenn die Kanonen losdonnern, ziehen es die Piraten vor, auf der windwärtigen Seite
des Gegners zu stehen, da man sonst im Pulverqualm der Kanonen nichts mehr sieht.

Ein Pirat greift einen Gegner nicht allzu gerne mit Kanonen an; das Motiv ist Raub, und mit einem zusammengeschossenen Schiff, das gerade untergeht, kann man nicht mehr allzuviel anfangen.

Kriegsschiffe hingegen lieben es geradezu, Piratenschiffe zu den Fischen zu schicken. Und zwar deswegen, weil Piratenschiffe häufig mit Männern vollgestopft waren, die darauf hofften, beim Entern durch ihre schlichte Masse eine gegnerische Mannschaft überwältigen zu können.
Sie zogen schnelle Schiffe solchen vor, die schwer bewaffnet waren.

Vor seiner letzten, fatalen Schlacht mit Maynard, sagte Blackbeard seinen Männern, daß sie die Pulverkammer und damit das Schiff in die Luft jagen sollten, wenn es so aussah, als würden sie verlieren. Die Leute, denen dieser Befehl galt, kniffen im letzten Moment.

1669 flog die Pulverkammer von Henry Morgans Flaggschiff in die Luft, was seine Pläne, Cartagena zu überfallen, zunichte machte.